Die erste Saison mit CultiWise: was sie gebracht hat und was er unterwegs gelernt hat

Adrians Solovjevs bewirtschaftet 1.000 Hektar in Lettland, zusammen mit zwölf weiteren Leuten und rund 1.200 Bienenvölkern. Die Hälfte der Fläche konventionell, die andere Hälfte ökologisch. Winterweizen, Winterraps, Hafer, Gerste, Hartweizen, Dinkel, Buchweizen und Trachtpflanzen für die Bienen.

Schwerer Ton an den Hängen, nasser Torf in den Senken, stellenweise pH 5, Phosphor knapp. Auf diesem Betrieb ist nichts gleichmäßig, und genau deshalb lohnt sich ein Blick auf seine Zahlen aus der ersten Saison: echte Schläge, echte Einsparungen und zwei Entscheidungen, die danebengingen. Hier ist das Gespräch.

Wo haben Sie angefangen?

Schlag Nummer 23. Winterraps, 8,87 Hektar, und nach dem Winter war fast die Hälfte des Bestands weg oder in schlechtem Zustand.

Ich habe in CultiWise eine Karte mit zwei Zonen angelegt. Volle Aufwandmenge dort, wo der Raps überlebt hat, null dort, wo er ausgewintert ist. Diese eine Applikation hat 50 % des Düngers gespart. Eine Woche später habe ich dasselbe beim Fungizid gemacht, diesmal mit einer Drei-Zonen-Karte, und wieder 50 % gespart.

Einen Fehler habe ich gemacht, und das CultiWise-Team hat ihn abgefangen. Ich hatte die leeren Zonen auf null gesetzt, aber die Feldspritze braucht mindestens 10 l/ha, sonst schaltet sie komplett ab. Kleinigkeit, aber gut zu wissen, bevor man auf dem Feld steht.

Grün ist, was den Winter überstanden hat

Was hat Sie zur teilflächenspezifischen Applikation gebracht?

Ein sehr schlechter Start in die Saison. Das Vorjahr war nass, deshalb haben wir den Raps zwei Wochen zu spät gesät. Dann kam ein Winter mit minus 30 Grad, und im Frühjahr standen riesige Wassermengen auf den Feldern.

Nach dem Winter habe ich viele Stellen gesehen, auf denen gar nichts mehr stand. Beim Weizen kann man mit zusätzlichem Stickstoff noch um den Bestand kämpfen. Beim Raps ist es umgekehrt, da verbrennt man nur Geld, wenn man leeren Boden düngt.

Der zweite Anstoß waren die Betriebsmittelpreise. Diesel und Dünger sind kräftig gestiegen, und ich habe angefangen zu überlegen, wie ich jedes Kilogramm von dem, was ich schon habe, gezielter einsetze.

Schlag 23. Grün bekam die vollen 188 kg/ha, Rot nichts

Und über Ihren gesamten Raps gerechnet?

Wir haben 103 Hektar Winterraps. Über zwei Düngergaben und eine Fungizidbehandlung haben wir 5.484 € gespart. Das ist ein Viertel von dem, was diese drei Überfahrten gekostet hätten.

103 ha

WINTERRAPS

25 %

WENIGER MITTEL

5.484 €

AUF DEM KONTO GEBLIEBEN

Sie haben Drohnen auch für die Unkrautbekämpfung im Weizen eingesetzt.

Wir haben 85 Hektar Winterweizen kartiert. Damit Sie ein Gefühl für die Geschwindigkeit bekommen: Ein Schlag mit 3,3 Hektar hat vier Minuten und siebzehn Sekunden Flugzeit gebraucht und 139 Bilder.

Die Daten habe ich ins CultiWise-Portal geladen und die Pflanzenerkennung laufen lassen. Damit wusste ich genau, wie viel Unkraut ich hatte und welche Arten. Dann die normale Herbizid-Aufwandmenge von 200 l/ha, zur Sicherheit 1 Meter Puffer um jedes Unkraut, und der Export für unsere Amazone-Spritze.

Auf diesem Schlag kam die Karte auf 1,32 Hektar Spritzfläche von 3,3. Über die gesamten 85 Hektar haben wir 62 % weniger Herbizid eingesetzt, das sind 1.350 €.

Erkennungen im Detail
Jedes Kästchen ist ein Unkraut, das die Erkennung gefunden hat
Spritzzonen im Detail
Derselbe Ausschnitt mit 1 Meter Puffer um jedes Unkraut
Ganzer Schlag
Grün wird gespritzt, 1,32 Hektar von 3,3

Waren Sie skeptisch, was die Genauigkeit angeht?

War ich. Am Anfang bin ich mit der Karte in der Hand ins Feld gegangen und habe sie mit der Realität abgeglichen. Die Genauigkeit hat mich umgehauen.

Mein Fahrer war auch skeptisch, also haben wir die ersten Schläge gemeinsam gemacht. Heute gebe ich ihm einen USB-Stick und weiß, dass er alles exakt umsetzt. Dieses Vertrauen hat ein paar Schläge gebraucht, und das ist normal.

Gab es unterwegs Probleme?

Zwei, ehrlich gesagt. Das AmaPad-2-Terminal fing mit den SHP-Dateien an zu ruckeln und ist manchmal eingefroren, der Fahrer musste es neu starten. Nervig, aber wir haben alle 85 Hektar gespritzt.

Das größere ist das Internet. Die Dateien sind groß, und das ländliche Lettland ist nicht gerade berühmt für seine Upload-Geschwindigkeit. Wer über Mobilfunk hängt, sollte das vor der Saison klären, nicht mittendrin.

Sie haben den Erkennungsalgorithmus selbst trainiert. Warum?

In einem Sommergerstenschlag hatte ich Windhalm. Ein Ungras im Getreide ist für die Erkennung der schwierigste Fall. Und das Mittel, das so spät noch wirkt, ist teuer. Also habe ich den Algorithmus darauf trainiert, genau dieses eine Unkraut zu finden und sonst nichts.

Auf 10,74 Hektar haben wir 65 % des Mittels gespart. 345 € insgesamt, keine riesige Summe, aber bei so teurer Chemie ist Präzision alles. Ich bin den Schlag danach abgelaufen, die Trefferquote lag bei 80 bis 90 %.

Windhalm, eine Woche nach der Überfahrt aus der Gerste gezogen.
Der gespritzte Windhalm steht vertrocknet in der Gerste
Derselbe Schlag fünf Tage später

Reden wir über die Saisonbilanz.

Wir haben CultiWise in dieser Saison auf 744,74 Hektar Applikationsfläche eingesetzt und 12.958 € gespart, das sind 32 % von dem, was diese Betriebsmittel gekostet hätten. Allein beim Stickstoff sind das rund 20 Tonnen, die wir nicht kaufen mussten.

Und das ist nur das Mittel. Maschinenstunden und Arbeitsstunden kommen obendrauf, die rechne ich am Saisonende zusammen. Auch ohne die fertige Tabelle sehe ich, wie viel effektiver unser Betrieb geworden ist.

Adrians' Einsparungen in der ersten Saison mit CultiWise: 12.958 € auf 745 ha Applikationsfläche

Haben die Einsparungen Ertrag gekostet?

Das ist mein Lieblingsteil. Auf unserem ersten gedroschenen Rapsschlag war der Auswinterungsschaden so groß, dass wir den Stickstoff auf das Niveau für 1,2 t/ha Ertrag zurückgefahren haben. Wir wollten kein Geld in einen Schlag stecken, den wir fast abgeschrieben hatten.

Er hat 2,5 t/ha gebracht, und wenn ich nur die Flächen rechne, auf denen wirklich Bestand stand, 2,8. Für unsere Region ist das ordentlich, und mit den niedrigeren Kosten dahinter bin ich sehr zufrieden.

Der Raps im August, kurz bevor der Mähdrescher kam

Und das halbierte Fungizid, sind die Krankheiten zurückgekommen?

Wir hatten dieses Jahr keine trockenen Bedingungen, und trotzdem sehe ich kaum Flächen mit Krankheiten. Ich bin also sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

Was würden Sie nächste Saison anders machen?

Drei Dinge. Erstens der Zeitpunkt. Beim Green-on-Green-Spritzen früh ran. Kleine Unkräuter heißen billigere Mittel und bessere Wirkung.

Zweitens das Internet klären, bevor die Saison losgeht.

Drittens der Technik mehr vertrauen. Wir hatten einen Haferschlag, auf dem die Ertragspotenzialkarte von CultiWise Zonen mit höherem Ertragspotenzial zeigte. Der Bestand sah für mein Auge völlig gleichmäßig aus, also habe ich die Karte ignoriert und eine einheitliche Stickstoffgabe gestreut.

Dann kamen starker Wind und Regen, und der Hafer ging genau dort ins Lager, wo die Karte diese Zonen gezeigt hatte. Die Karte kannte mein Feld besser als ich.

Die Ertragspotenzialkarte. Violett markiert die Stellen mit dem höchsten Potenzial
Derselbe Schlag nach dem Wind. Lager genau über den violetten Zonen

Was raten Sie einem Landwirt, der überlegt anzufangen?

Alle ins Boot holen. Sie selbst, Ihren Berater und Ihren Fahrer. Wenn einer davon den Nutzen nicht sieht, werden die Ergebnisse nichts.

Und mit einem Schlag anfangen, so wie ich mit Schlag 23. Die Karten mit eigenen Augen im Feld überprüfen. Danach kommt das Vertrauen schnell.

Das war’s. So einfach ist das.

Adrians Solovjevs, Agronom, SIA Jaunā zeme